Logo Ruanda-Komitee e.V. Bad Kreuznach Ruanda-Impressionen, Bilder: Karl Heil/ Alexander Stroh

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Seit 25 Jahren ehrenamtlich aktiv für eine Graswurzelpartnerschaft zwischen Menschen aus Rheinland-Pfalz und Ruanda! Dezentral Entwicklung fördern ist unsere Grundidee.

Wir über uns

Am 14. November 1983 von 24 Personen aller Berufe und Altersgruppen gegründet, ist das Ruanda-Komitee e.V. Bad Kreuznach ein gemeinnütziger, privater und politisch neutraler Verein, der heute gut 60 Mitglieder hat. Eingebunden in die Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda gibt es seit 1985 feste partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Bwakira (Präfektur Kibuye). In dieser Region ist das Komitee auch nach verschiedenen Verwaltungsreformen im Kern weiter tätig. Heute sind dies die beiden Sektoren Murambi und Murundi im Distrikt Karongi.

Was wollen wir?

Ziel war es von Anfang an, die Menschen in der Gemeinde Bwakira beim Ausbau öffentlicher Infrastruktur zu unterstützen und in Abstimmung mit ihnen die Rahmenbedingungen für ihre soziale Entwicklung zu verbessern.

Auf der Grundlage der Monografie der Gemeinde und des Kommunalen Entwicklungsplanes (die uns auch zur Verfügung gestellt wurden) hatte der Bürgermeister von Bwakira bereits im Jahre 1985 Erwartungen an uns formuliert, die die Unterstützung in verschiedenen Bereichen betreffen. Es sind im Grundsatz bis heute die gleichen Punkte, wobei die Prioritäten von einem mit uns korrespondierenden Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi/Murundi festgelegt und mit unseren Möglichkeiten abgeglichen werden:

  • Schulen (Neubau, Ausstattung), besonders Primarschulen
  • Ausbildung von Schülern und Lehrkräften ( Unterstützung, Patenschaften)
  • Handwerk (Ausbildung , Ausstattung)
  • Gesundheitswesen (Medikamente,Verbrauchsmaterial und Ausstattung des Krankenhauses Kilinda und des Gesundheitszentrums Munzanga)
  • Wasserversorgung (Fassung von Quellen, Wasserleitungen)

Nach dem Genozid 1994, dem auch in unserer Partnergemeinde mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen, kamen u.a. Maßnahmen des Wiederaufbaus ("Eine Hütte für Ruanda", in Bwakira insgesamt für 197 Familien) und der Unterstützung für Witwen und Waisen hinzu. Seit 1999/2000 wurde eine Witwen-Kooperative "Amizero" (d.h. Zuversicht) aufgebaut. Mitglieder dieser Frauen-Kooperative erhalten Ziegen und geben vom Nachwuchs Jungtiere an andere Witwen weiter. Ein Tier kostet etwa 25 Euro. 1.500 Ziegen werden von 750 Witwen gehalten.

Wie arbeiten wir?

Ausgangspunkt sind die Planungen und Vorhaben der Partnerregion. Das dortige Partnerschaftskomitee ist frei gewählt und besteht aus 15 Personen; dazu gehören auch die beiden "Bürgermeister", die (hauptamtlichen) Exekutivsekretäre der Sektoren Murambi und Murundi. Damit ist klar, dass die politisch Verantwortlichen eingebunden werden, die Entscheidungen z.B. über Prioritäten aber beim Komitee liegen.

Kleinere Projekte werden alleine aus eigenen Mitteln, größere Vorhaben (z.B. Schulbau, Wasserversorgung) mit finanzieller Unterstützung durch den Landkreis Bad Kreuznach und das Land Rheinland-Pfalz durchgeführt. Einzelne Projekte (z.B. der Bau von Schulmöbeln) konnten auch mit Co-Finanzierung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) durchgeführt und über "bengo" abgewickelt werden.

Bisher wurden Projekte für etwa eine Million Euro in Bwakira/Budaha/Murambi-Murundi mit unserer Hilfe durchgeführt, davon waren fast 200 000 Euro eigene Mittel des Ruanda-Komitees. Sie kommen durch Benefizveranstaltungen, Beiträge und Spenden der Mitglieder sowie von Einzelspendern, Firmen, Vereinen und Schulen zusammen. Hinzu kommen größere Sachspenden z.B. für den Gesundheitsbereich.

Eine Besonderheit waren die von uns mit organisierten Schüleraktionen "Go for Rwanda" am 1.10.1997 in Bad Kreuznach und am 13.09.2000 in Bad Sobernheim, bei denen jeweils über 2000 Schülerinnen und Schüler fast 45.000,- DM bzw. über 42.000.- DM an Spenden "erlaufen" haben. Der Erlös wurde für die drei Sekundarschulen in der Gemeinde Bwakira eingesetzt.

Aus den weitergeführten Aktivitäten ("Aktion Tagwerk", "DeinTag für Afrika") sind die dauerhafte Unterstützung des Lina-Hilger-Gymnasiums für die " Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda " und die Schulpartnerschaft des Emanuel-Felke-Gymnasiums Bad Sobernheim mit der Ecole des Sciences Infirmières (ESI) Kirinda erwachsen. Für das Gauss-Gymnasium Worms wurden Baumaßnahmen der Partnerschule in Kibanda unterstützt.

Ein wichtiger Punkt ist die Information der Bevölkerung von Bad Kreuznach und Umgebung über die Situation der Menschen in Ruanda. Wir versuchen dies durch Veranstaltungen, Infostände und Presseveröffentlichungen zu erreichen. Mit spektakulären Informationen können wir dabei nicht dienen, wohl aber mit soliden Informationen über das Leben der Menschen in der Partnerregion und über die lang anhaltende Wirkung unserer Projekte. "Nachhaltigkeit" lässt sich eben erst nach längerer Zeit beobachten. Beispiel: die 1989 eingeweihte Primarschule Muhororo ist nach wie vor in sehr gutem Zustand.

Die Kontakte mit dem Partnerschaftskomitee sind nicht leicht herzustellen. Der E-Mail-Kontakt klappt nur sporadisch, wenn der Komiteevorsitzende, Mézack Gasinzira Ruhumbya, einmal von Kirinda aus in ein Internet-Café nach Kigali kommt (drei Stunden Weg). Das Telefon nach Kirinda funktioniert nicht immer und ist teuer. Zur Abstimmung von Projekten bestehen Kontakte hauptsächlich durch Briefe; auch durch Fax bzw. Mail an das Koordinationsbüro in Kigali und die Weiterleitung an jemanden aus der Gemeinde. Die (wenigen, weil teuren und aus eigener Tasche bezahlten) gegenseitigen Besuche sind sehr hilfreich und informativ. In den letzten zehn Jahren war fast jedes Jahr ein "Kreuznacher" in Ruanda.

Oft bleibt bei uns das Gefühl der Überforderung des Komitees durch zu hohe Erwartungen aus der Partnerregion angesichts unserer stark begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Als "Ehrenamtler" können wir einen bestimmten Aufwand nicht überschreiten. Zur Glaubwürdigkeit der Arbeit des Ruanda-Komitees bei unseren Sponsoren trägt wesentlich bei, dass es sich bei uns nur um ehrenamtlich tätige Personen handelt. Verwaltungs-, Werbungs-, Nebenkosten oder persönliche Auslagen werden von den Vorstandsmitgliedern für deren jeweiligen Projekte selbst bezahlt, sodass die Spenden zu 100 % nach Ruanda gehen. Die exakten Abrechnungen aller Ausgaben und vollständige Nachweise durch das rheinland-pfälzische Koordinationsbüro in Kigali sind auch für unsere Spender von großer Bedeutung.

Die Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda

Ergänzend zu den genannten Maßnahmen ist 1996 zur Förderung bedürftiger Schülerinnen und Schüler in der ehemaligen Gemeinde Bwakira eine vom Ruanda-Komitee unabhängige "Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda" gegründet worden, die Stipendien für Schüler und Auszubildende vergibt. Ein in Ruanda gewähltes Komitee ist verantwortlich für die Auswahl von besonders bedürftigen Kindern und Waisen, die durch Erträge des Stiftungskapitals gefördert werden. Die Stiftung gibt den Kindern in unserem Partnerland Ruanda eine Garantie des Schulbesuchs bis zu einem Schulabschluss (bei 2 Wiederholungen). Zustiftungen sind möglich.

Was können wir bieten?

Für Schulen, Vereine, Gruppen und Erwachsenenbildung können wir kostenlos Informationen anbieten:

  • über den Aufbau von Schulpartnerschaften
  • über die Einbindung Ruandas in den Unterricht
  • zur Situation in Ruanda, besonders in der Partnerregion
  • zur Abwicklung von Projekten mit Co-Finanzierungen wie mit dem BMZ

Wir bieten dies als Vortrag, Powerpoint - Präsentation oder kleine Ausstellung an.


Impressionen


Partnerschaft heißt Zusammenarbeit mit Menschen. In Ruanda sind die meisten Menschen Jugendliche. Deshalb liegt uns und unseren ruandischen Partnern die nachwachsende Generation besonders am Herzen.

Partnerschaft Rheinland-Pfalz - Ruanda

Seit 1982 besteht die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda. Das Ruanda-Komitee ist seit 1983 in diese Partnerschaft eingebunden.


(c) 2008 Ruanda-Komitee e.V. Bad Kreuznach | Letzte Aktualisierung: 03.03.2009