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Seit 25 Jahren ehrenamtlich aktiv für eine Graswurzelpartnerschaft zwischen Menschen aus Rheinland-Pfalz und Ruanda! Dezentral Entwicklung fördern ist unsere Grundidee.
Aktuelles
Was gibts Neues?
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Berichte und Fotos zu unserer Arbeit. Mit den folgenden Links können Sie direkt zu den einzelnen Artikeln springen:
Die neuen Projekte 2011/12
Zwei Schulneubauten in Gitanga und Murambi
Gitanga
Der Neubau der Primarschule Gitanga ist bereits seit 2006 auf der Liste des Ruanda-Komitees. Die Schule liegt in einem Talkessel, ist in alter Lehmbauweise errichtet und in sehr bedauernswertem Zustand. Sie ist nicht durch eine Straße zu erreichen. Ehe eine Förderung möglich werden sollte, war ein Straßenbau durch den Distrikt bzw. Sektor gefordert, damit das Baumaterial transportiert werden könnte. Der Ausbau verzögerte sich immer wieder und war wegen großer Felsen schließlich gar nicht möglich.
Im Laufe der Zeit wurde in Ruanda ein Gesetz erlassen, dass in Zukunft keine Gebäude mehr in Sumpftälern gebaut werden dürfen. Das hat zur Folge, dass die Primarschule Gitanga jetzt ca. 20 Minuten Fußweg entfernt auf einem Hügel errichtet werden soll, wo sich auch eine kleine Siedlung gebildet hat. Der Sektor Murundi hat das Gelände verfügbar, und die Schule soll für neun Klassenstufen gebaut werden.
Errichtet wird also ein Bau von neun Klassenräumen, einem Zimmer für Lehrer und Schulleitung, ein Latrinenblock und zwei Wasserzisternen von je 10cbm Fassungsvermögen. Die Ausstattung erfolgt durch 180 Schulbänke sowie einen Schreibtisch, Schrank und Stuhl pro Klasse.
Gitanga ist die Partnerschule der Grundschule Bad Kreuznach-Planig, die bereits mehrere große Aktionen für ihre Partnerschule durchgeführt hat. Die Kosten von ca. 120.000 Euro teilen sich die Grundschule, das Ruanda-Komitee Bad Kreuznach und (mit dem größten Anteil) das Land Rheinland-Pfalz.
Murambi
Die Primarschule Murambi hat derzeit acht Klassenzimmer und ein kleines Lehrerzimmer, alles noch in der alten Lehmbauweise errichtet und recht baufällig. Sie liegt auf einem Hügel in einer recht armen Gegend des Sektors, dem sie den Namen gibt. Der vor mehreren Jahren geäußerte Wunsch des Schulleiters, dort eine Sportfläche für Volleyball und Basketball zu bauen, weil es weit und breit keine Spielflächen für Kinder gibt, hat dazu geführt, dass die Partnerschule, die Grundschule Kleiststraße Bad Kreuznach, das dafür notwendige Geld in mehreren Aktionen gesammelt hat.
Angesichts der Verlängerung der Schulpflicht von sechs auf neun Jahre und der schwierigen räumlichen Situation sind sechs neue Klassenräume, ein kleines Lehrerzimmer (auch das Materiallager), ein Latrinenblock und eine Wasserzisterne erforderlich. Diese werden jetzt gebaut.
Auch hier kommt die Ausstattung der Klassenräume (120 Schulbänke, Schreibtisch, Schrank und Stuhl) hinzu. Die reinen Schulbaukosten liegen bei ca. 52.000 Euro, die Kosten für den Sportplatz bei ca. 12.000 Euro. Die Finanzierung teilen sich die Grundschule, das Ruanda-Komitee Bad Kreuznach und das Land Rheinland-Pfalz.
Bericht des Vorsitzenden für 2010/11
Schulen bleiben im Mittelpunkt der Aktivitäten
Die letzte Mitgliederversammlung liegt jetzt gut ein Jahr zurück, genau gesagt war sie am 28.04.2010. In der Zwischenzeit bis zum heutigen Tag hatten wir zahlreiche Kontakte mit unseren Partnern in den Sektoren Murambi und Murundi, meist per Mail und Brief, was angesichts der entlegenen Situation innnerhalb Ruandas oft etwas langwierig ist, aber besonders intensiv durch die Besuche von Frau Eminger in Ruanda im Spätsommer 2010 und in diesem Frühjahr.
Durch die großen Veränderungen im ruandischen Schulsystem und durch neue Baurichtlinien für den Schulneubau ergeben sich auch für uns neue Herausforderungen. Die Verlängerung der Primarschulzeit auf neun Jahre bedeutet, dass praktisch an jedem Schulstandort gebaut werden muss. Hier haben wir die Prioritätenliste unseres Partnerschaftskomitees im Auge, die seit Jahren den Bau der Primatschule in Gitanga für die wichtigste hält. Mittlerweile sind die mehrere Jahre alten Probleme der Erschließung und der Lage der künftigen Schule aus dem Weg geräumt und wir können sagen, dass in diesem Jahr endlich mit dem Neubau der Primarschule in Gitanga begonnen werden kann. Dies wird insbesondere für die Grundschüler aus Bad Kreuznach-Planig sehr erfreulich sein, die seit Jahren Aktionen für ihre Partnerschule gemacht haben und sich finanziell stark an dem Neubau beteiligen werden. Der zweite Schulbau, der noch 2011 begonnen werden soll, ist in der Primarschule Murambi, der Partnerschule der Kleistschule Bad Kreuznach. Auch hier hat die Schule durch Aktionen für ihre Partnerschule bereits viel Geld gesammelt. Das ursprünglich geplante Sportfeld soll wegen des dringenden Bedarfs durch drei Klassenräume ergänzt werden, auch hier werden die Grundschule, das Ruanda-Komitee und das Land Rheinland-Pfalz gemeinsam die Finanzierung übernehmen. Dann ist das Dutzend der Schulbauten im Laufe unseres über 25jährigen Engagements in der gleichen Region voll- nicht gerechnet treuhänderische Projekte wie die Primarschule Kibanda, die für das Gauss-Gymnasium Worms abgewickelt wird.
Wenn wir, wie dies bei einem Bericht für ein Geschäftsjahr üblich ist, auf die abgelaufenen zwölf Monate zurückblicken, so sind mehrere Vorhaben zu nennen, die erfolgreich durchgeführt wurden. Rückblick, Sachstand und Ausblick möchte ich mit einigen Bildern illustrieren.
Die Primarschule Cyamatare, die Partnerschule der Grundschule Bockenau, wurde im Bau fertiggestellt. Sie war als Pilotprojekt in der Durchführung in die Hände des ruandischen Partners gegeben worden, was nach anfänglichen Schwierigkeiten gut funktioniert hat. Abbé Thaddée hat eine klare und nachvollziehbare Abschlussrechnung für den abgeschlossenen ersten Bauabschnitt vorgelegt. Es wurden vier Klassenräume, Zisterne und Latrinen gebaut und die Schule mit Schulmöbeln ausgestattet.
In der Sekundarschule E.S. Kirinda, der Partnerschule des EFG Bad Sobernheim, wurde das Projekt Schulgarten unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Projekt der beiden Sekundarschulen und der Primarschule in Kirinda, bei dem moderne Anbaumethoden auf neuen landwirtschaftlichen Flächen vermittelt und von Schülerinnen und Schülern selbst erprobt und weitergegeben werden sollen. Der Nebeneffekt besteht auch darin, dass die Schulen für ihren Bedarf im Internatsbetrieb auch Obst und Gemüse erzeugen. Dieses Projekt wurde in Abstimmung mit dem Verein "Junge Menschen für Afrika" aus Darmstadt durchgeführt.
In der Sekundarschule E.S. Kirinda ist seit Sommer 2008 die "Papeterie", ein Schreibwaren- und Kopierladen, als Schülerfirma aktiv. Für die Abschlussbilanz 2010 zeigt sich, dass der Umsatz zwar nicht sehr groß ist, sie aber immer noch Gewinn abwirft und zudem ein gutes Übungsfeld für die Schülerinnen und Schüler darstellt, einen Laden selbständig und verantwortlich zu führen.
Die Primarschule Muhoroho, die Partnerschule der Hellbergschule Kirn, konnte in Zusammenarbeit mit der Organisation "Camara" 25 PCs erhalten. Dieser Verein übernimmt den Service und die Schulung und stellt die gebrauchten Geräte dort zur Verfügung. Die anfallenden Kosten von über 2000 Euro hat das Ruanda-Komitee übernommen. Muhororo ist mir persönlich besonders ans Herz gewachsen: 1989 war ich dort zur Einweihung des vom Ruanda-Komitee mitfinanzierten Schulbaus zum ersten Mal in Ruanda.
Zu diesen auf Schulen bezogenen größeren Aktivitäten kommen mehrere kleinere Aktionen und Unterstützungsmaßnahmen (so z. B. von der Verbandsgemeinde Stromberg, der Realschule in Kirn oder der Realschule plus in Herrstein), wobei der Betrag, der in Ruanda zur Verfügung gestellt werden kann, gar nicht so entscheidend ist. Das Ruanda- Komitee vermittelt gerne, wie sich das auch bei den Schulpartnerschaften zeigt. Daneben sind die "Dauerbrenner" wie die Ziegenkooperative "Amizero" oder die Patenschaften für Schülerinnen und Schüler zu nennen. Frau Eminger kann in ihrem Berichtsteil darauf noch genauer eingehen.
Alles in allem gab es einige Dinge, die aus unserer Sicht sehr lange gebraucht haben. Gerade der Schulneubau Gitanga, der seit einem ersten Besuch im Jahre 2006 als dringend notwendig erachtet wurde, schien fast nicht realisierbar. Mit widersprüchlichen Aussagen wurden wir hingehalten, besonders vom Exekutivsekretärs des Sektors Murundi, mit dem Frau Eminger und ich anlässlich dessen Besuch bei Herrn Kamegeli im April 2011 sprechen konnten, und die Förderzusage des Innenministeriums aus dem gleichen Zeitraum machen uns jetzt Hoffnung, dass das Projekt realisiert werden kann. Gleiches gilt für Murambi und den dritten "großen Brocken", die Bibliothek der Sekundarschule Munzanga, die wir mit Mitteln des Bundes cofinanzieren lassen wollen.
Kooperationspartner neben Schulen, dem Land Rheinland-Pfalz und dem Bund bieten sich bei bestimmten Projekten an, machen aber die Umsetzung für uns als rein ehrenamtlich Tätige durchaus auch aufwändig. Frau Eminger könnte vieles über die Umsetzung der amerikanischen Bibliothek aus Sembach in der Pfalz an die Universität nach Kabgayi erzählen. Das Schulgartenprojekt ließe sich sicher ausweiten, und mit der Organisation "Junge Menschen für Afrika" und der Mannheimer Gruppe von "Ingenieure ohne Grenzen" wollen wir in den nächsten Wochen diskutieren, ob und wie die Wasserversorgung in Kirinda verbessert werden kann.
Details zu den geplanten Projekten können gerne anschließend in der Diskussion über die geplanten Projekte besprochen werden.
Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Förderern des Ruanda-Komitees, die materiell und ideell unsere Arbeit unterstützen. Wir werden wie bisher unsere Arbeit mit den Partnern in Ruanda, insbesondere mit dem Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi und Murundi mit seinem Vorsitzenden Mézack Gasinzira Ruhumbyam den Verantwortlichen für die Partnerschaft in Kigali und Mainz sowie mit der Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda mit ihrer Vorsitzenden Elisabeth Eminger intensiv abstimmen.
Ruanda entwickelt sich rasch, doch eher in den städtischen Zentren und besonders in der Hauptstadt Kigali. Dass auf dem "flachen Land" auch Entwicklung stattfindet, dazu wollen wir weiterhin einen Beitrag leisten. Unsere Projekte sind nachhaltig und helfen dort, wo es notwendig und sinnvoll ist. Unterstützen Sie uns bitte weiterhin!
Karl Heil
Im Mai 2011
Brief an die Mitglieder zum Jahreswechsel 2010/11
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
seit vielen Jahren nutze ich die Gelegenheit vor Weihnachten, Ihnen per Brief für Ihre Unterstützung -wie auch in diesem Jahr - ganz herzlich zu danken. Dadurch wird unsere Arbeit überhaupt erst möglich. Für die meisten Adressaten dieses Briefes liegt die Spendenquittung für das Jahr 2010 bei. Nochmals herzlichen Dank für Ihren Beitrag!
Sie sehen, lesen oder hören vielleicht, dass sich Ruanda rasant entwickelt. Das ist auch so, besonders wenn man die Hauptstadt Kigali sieht, die sich zu einer modernen Millionenstadt entwickelt - mit allen Problemen, die dabei auftreten. Auf dem Land ist der Fortschritt weniger deutlich, die Gegensätze Stadt - Land werden eher noch größer. Dort leben immer noch über 80 % der Bevölkerung, weitgehend von der Selbstversorgung. Es werden aber auch hier viele Anstrengungen unternommen, die Situation gerade für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Die Primarschule ist von sechs auf neun Jahre verlängert und die Weltsprache Englisch statt Französisch eingeführt. Beides soll es ermöglichen, mit besserer Ausbildung neue Berufe und Arbeitsplätze zu erschließen und mit den englischsprachigen Nachbarn in Ostafrika und darüber hinaus besser zusammenzuarbeiten.
Bildung ist Zukunft! Diesen Ansatz unterstützen wir seit Beginn unserer Tätigkeit vor über 25 Jahren. Es hat sich eine gute Arbeitsteilung mit der "Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda" ergeben, deren Vorstandsvorsitzende Elisabeth Eminger Gründungsmitglied des Ruanda-Komitees ist und die als Schatzmeisterin auch der Motor des Komitees ist. Wir haben eine gute, komplementäre Arbeitsteilung zwischen Stiftung und Komitee: Hier die Förderung von Schülerinnen und Schülern als Schwerpunkt, bei uns die Infrastrukturmaßnahmen. Frau Eminger war in diesem Jahr zwei Mal in Ruanda, in der Hauptsache für ihre Stiftung, doch dabei konnten wir auch die Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftskomitee von Murambi/Murundi und seinem Präsidenten Mézack Gasinzira Ruhumbya durch direkte Begegnungen vor Ort intensivieren. Die Kommunikationsbedingungen nach Kirinda sind immer noch schwierig. Es gibt dort nur (relativ teure) Mobilfunkverbindungen, kein Internet oder Telefon-Festnetz, und Post landet in 50 km entfernten Postfächern. In der Regenzeit sind die unbefestigten Straßen oft kaum passierbar, und die nächste asphaltierte Straße ist zwei Stunden entfernt.
Unsere Projekte und Aktivitäten im Jahr 2010 will ich Ihnen beschreiben:
- Der im Sommer 2008 zur Sekundarschule E.S. Kirinda verlagerte "Schreibwarenladen" (Papeterie) wird dort als "Schülerfirma" von Schülerinnen und Schülern selbst betrieben und funktioniert gut. Man kann Hefte und Schreibwaren kaufen, doch der meiste Umsatz wird mit einem kleinen Kopierer gemacht. Es ist eine gute Gelegenheit für die Verantwortlichen, etwas Buchhaltung zu lernen, Da die Schüler häufig wechseln, bildet die Schule jedes Jahr ein neues Team aus. Die Jahresbilanz 2009 brachte einen kleinen Überschuss, und wir sind gespannt auf die Abschlussbilanz 2010, die auf dem Postweg zu mir sein soll. Die großen Ferien haben Mitte November begonnen, das neue Schuljahr beginnt Mitte Januar 2011.
- Von dieser Schule, der Partnerschule des Emanuel-Felke-Gymnasiums Bad Sobernheim (EFG) hat Schulleiter Mézack berichtet, dass zum Abschluss der ersten drei Jahre der Sekundarschule die Prüfungen für die Schülerinnen und Schüler der IPK Kirinda und der Sekundarschulen von Munzanga, Gasenyi und Kirinda in seiner Schule stattfanden. Die Absolventen der sechsten Klasse der Sekundarschule mit dem Schwerpunkt Biologie/Chemie/Mathematik haben ihre praktischen Prüfungen im neuen Laboratorium abgelegt, das von 2008/09 mit dem Geld der Sobernheimer Aktionen gebaut wurde. Dieses Jahr wurden Zisternen, die gebraucht werden um das Regenwasser von den Dächern sammeln zu können, sowie ein Zaun und neue Toiletten gebaut. Die E.S. Kirinda, die auf einem Hügel liegt, hat jetzt sieben Zisternen mit 70 Kubikmeter Fassung und ein neues Gebäude mit acht Toiletten. Während der Regenzeiten hat die Schule dann genügend Wasser.
-Mézack ist ein rühriger und ideenreicher Schulleiter und Komiteevorsitzender. Gemeinsam mit den anderen Schulen am Ort wird ein "School Garden Project" durchgeführt, um Schülerinnen und Schülern moderne landwirtschaftliche Anbaumethoden zu vermitteln. Das passiert durch praktisches Arbeiten auf dem Feld. Die E.S. Kirinda kann daran teilnehmen, weil das EFG Bad Sobernheim bei der "Aktion Tagwerk" 2010 über 5.000 Euro erarbeitet hat und dafür zur Verfügung stellt. Mézack schreibt: "Dieses Jahr hatten wir viele ungewohnte Wetterereignisse und der viele Regen ist ungewöhnlich. Die Aktivitäten des Schulgartenprojektes laufen gut, doch gegenwärtig sind Ferien und jetzt ist eigentlich die Saison um Gemüse und Mais zu pflanzen. Wir beschäftigen eine Aushilfe bis die Schüler, die in den Ferien sind, wieder da sind. Wegen des ungewöhnlichen Regens hat unsere Maracujapflanzung Schaden genommen. Wir werden sehen, was nach der Regenzeit gemacht werden kann. Die Mittel des EFG für das Schulgartenprojekt erlauben es uns, das Vorhaben im nächsten Jahr fortzusetzen und es von den Schülern mit Hilfe eines landwirtschaftlichen Beraters eigenverantwortlich durchführen zu lassen." Das Projekt wird vom Verein "Junge Menschen für Afrika" mitfinanziert, der seit vielen Jahren in Kirinda an der Sekundarschule IPK aktiv ist. Sie finden Bilder und Text dazu auf der Homepage des EFG: www.emanuel-felke-gymnasium.de.
- Die beschädigte Wasserversorgung von Nyabiranga, die 1998- 2000 gebaut wurde und über 6.000 Menschen sauberes Wasser gibt, wurde in einigen Abschnitten repariert. Die Leitung versorgt jetzt wieder die Primarschulen Nyakabuye, Nkoto und Nyabiranga mit Wasser. Das Partnerschaftskomitee verhandelt weiter wegen der vollständigen Reparatur. Es sind mehrere Sektoren betroffen, und Bürokraten gibt es weltweit…
- Die Primarschule Cyamatare, Partnerschule der Grundschule Bockenau, ist unser zehntes Schulbauprojekt (nicht gerechnet die mitbetreuten Schulbauprojekte). Cyamatare ist im ersten Bauabschnitt fertig! Sie bekommen im Bilderteil dieses Briefes einen Eindruck davon. Es war als "Pilotprojekt" in die Hände des ruandischen Partners gegeben worden, um uns bei gelungenem Ablauf neue Fördermöglichkeiten zu erschließen. In zwei Bauabschnitten werden insgesamt 11 Klassenräume, Zisterne und Latrinen gebaut und die Schule mit Schulmöbeln ausgestattet. Für den ersten Teil betrug unser Anteil gut 15.000.- €, ein Viertel der Bausumme. Es hat zwar länger gedauert als geplant, aber alles in allem gut funktioniert und macht Mut zu weiteren Vorhaben nach diesem Muster.
- Eine Hängepartie bleibt der seit über drei Jahren geplante Schulneubau in Gitanga, der Partnerschule der Grundschule Bad Kreuznach-Planig. Der ursprünglich im Tal geplante Bau ist nicht möglich da die Erschließung mit einer Straße nicht realisierbar ist. Um das zu erkennen haben die Verantwortlichen zwei Jahre gebraucht. Also wird ca. 20 Minuten zu Fuß entfernt auf einer Anhöhe ein Neubau geplant. Das Koordinationsbüro in Kigali hat noch nicht alle Unterlagen zusammen - meinem Eindruck nach ist der "Bürgermeister", der Exekutivsekretär des Sektors Murundi, wenig kooperativ. Wenn es nicht gerade in diesem sehr entlegenen Teil des Sektors Murambi für die Schülerinnen und Schüler so wichtig wäre, eine neue Schule zu bekommen, wären wir schon längst zu einem anderen Standort gewechselt. Es gibt noch ein Dutzend alter Schulbauten in den Partner-sektoren. Hoffen wir, dass es Anfang 2011 endlich losgehen kann. Die Planiger Schülerinnen und Schüler, die für den Schulneubau schon viel Geld gesammelt haben, sind schon längst auf weiterführenden Schulen…
- Die bestehenden Schulpartnerschaften haben wir weiter unterstützt, soweit es möglich war. So hat die Partnerschule der Hellbergschule Kirn, die Primarschule Muhororo, eine von uns finanzierte Computer-ausstattung in Zusammenarbeit mit der Organisation "Camara" erhalten. Es freut mich besonders, wenn sich Schulen bei uns für eine Schulpartnerschaft interessieren. Wichtig ist erst einmal der Kontakt miteinander und der Informationsaustausch. So will die Realschule plus Bad Sobernheim jetzt eine Partnerschaft beginnen, und ich habe die Primarschule Sanza vorgeschlagen. Damit ist das Dutzend in der Region voll! Ein Dutzend Schulen in Murambi/Murundi sucht noch einen Partner. Helfen Sie doch mit bei der Suche!
- Geplant und finanziert ist es längst, doch auch hier gibt es Probleme: Der Neubau der Bibliothek an der Sekundarschule Munzanga (Partnerschule der Realschule Kirn) hängt, weil es an der Primarschule Kuruganda, die direkt nebenan liegt, Schwierigkeiten gab. Jenes Projekt wollte man mehr oder weniger freihändig am Koordinationsbüro vorbei durchführen, und es gab finanzielle Unregelmäßigkeiten. Das Koordinationsbüro in Kigali hat versprochen, sich mit dem Exekutivsekretär des Sektors Murundi auseinanderzusetzen um eine Lösung zu finden.
- Diese leidige Angelegenheit ist eine Bestätigung für unsere Vorgehensweise, bei der so etwas nicht passieren kann: Abstimmung mit dem dortigen Partnerschaftskomitee, Finanzierung mit unseren Mitteln und ggfs. Co-Finanziers (Land oder Bund), Abwicklung mit Durchführungs- und Rechnungskontrolle durch das Koordinations-büro, Nachweis an uns und weitere Information an unsere Mitglieder und Sponsoren. Und das Ruanda-Komitee arbeitet bis heute ohne einen Cent für Verwaltung, Werbung oder ähnliche "Nebenkosten" aufzuwenden. Auch darauf sind wir als ehrenamtlich Tätige etwas stolz. Wer hier spendet, der weiß, dass 100 % den Menschen in Ruanda zugute kommen.
Sie können auch sicher sein, dass die nächsten von uns mit dem Partnerschaftskomitee geplanten Projekte diejenigen sind, die "auf den Hügeln" gebraucht werden: Der Neubau von Schulen (Gitanga, zweiter Abschnitt Cyamatare), die Schulausstattung (Kirinda, Munzanga, vielleicht auch Berufsbildungszentrum Muhororo) sowie die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bilden den einen großen Bereich. Auf der anderen Seite versuchen wir zu helfen, damit für Familien Einkommen erzielt und die eigene Versorgung verbessert werden kann. Die Unterstützung erfolgt hier besonders für die Frauen durch Viehzuchtkooperativen (Ziegen, Schweine), die aufwändig einzurichten sind, aber in den Händen der Frauen in Ruanda selbst liegen. Die wissen, wie sie das erledigen und was nützlich ist. Oft reicht schon eine Anschubfinanzierung.
Kurz und gut: Wir sind dort aktiv, wo es am nötigsten ist. Sie sehen, liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Ruanda-Komitees, es gibt weiterhin viel zu tun.
Ihnen allen danke ich nochmals sehr herzlich für Ihre Unterstützung. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten, für das neue Jahr alles Gute, Glück und Zufriedenheit, Erfolg und Gesundheit.
Mit herzlichen Grüßen Ihr Karl Heil
Auszüge aus dem Bericht der Ruanda-Reise 2009
Die Reise einer siebenköpfigen Gruppe von Mitgliedern des Ruanda-Komitees Bad Kreuznach und Lehrkräften der Grundschule Bockenau vom 10. -23.10.2009 hatte zwei Teile: Neben einem landeskundlich-touristischen mit Besuchen in den Nationalparks Akagera und Virunga den sechstägigen Aufenthalt in den Partnersektoren Murambi/Murundi (District Karongi) mit der Unterkunft in der Ecole Secondaire (E.S.) Kirinda, deren Schulleiter der Vorsitzende des dortigen Partnerschaftskomitees, Mézack Gasinzira Ruhumbya, ist. Besucht werden konnten viele Projekte. Hier einige Anmerkungen in aller Kürze:
Baumaßnahmen
E.S. Kirinda
Der Anbau von Labor, Computerraum und Bibliothek ist gelungen, die Bauausführung gut. Vor Inbetriebnahme des Labors sollten die Wasserhähne der Waschbecken, die minderwertige Qualität haben, gegen besseres Material ausgetauscht werden. Wie mit Herrn Jäger am 12.10.09 in Kigali besprochen, sollen die laut dem Kostenvoranschlag der E.S. vom 23.06.09 vorgeschlagenen Zisterne und der Zaun gebaut sowie die Ausstattung des Labors und die Möbel für die Bibliothek und das Labor möglichst rasch vorgenommen werden. Die Kosten dafür übernimmt das Emanuel-Felke-Gymnasium Bad Sobernheim aus dem Erlös der "Aktion Tagwerk" 2009.
Primarschule Murambi
Es liegt eine Finanzierungsanfrage vom Herbst 2008 vor, neben der Schule ein "Terrain de Sport" zu bauen. Nach der Ortsbesichtigung und dem Gespräch mit dem Schulleiter wurde dieser gebeten die Anfrage preislich zu aktualisieren, weil die Umrechnungskurs sich deutlich nach oben verändern. Die Partnerschule von Murambi, die Grundschule Kleiststraße Bad Kreuznach, kann einen erheblichen Beitrag der Kosten übernehmen. Es ist ggfs. beim Landessportbund Rheinland-Pfalz anzufragen, ob dieser sich an der Finanzierung beteiligt.
Wasserversorgung Nyabiranga
Die seit ca. 10 Jahren in Betrieb befindliche Wasserversorgung Nyabiranga funktioniert nicht mehr richtig. Bereits in dem Bereich zwischen der Quellfassung und der ersten Verteilerzisterne verschwindet Wasser. Der Exekutivsekretär von Murambi, Védaste Kuzabaganwa, kennt das Problem. Er hat zugesagt, mit seinem Kollegen vom Nachbarsektor Gashari (District Rugobagoba) eine Lösung zu suchen.
Gesundheitszentrum Munzanga
Baumängel an der "Petite Chirurgie" sind offensichtlich. Das Koordinationsbüro hat diese fast "unendliche Geschichte" aufgelistet. Hier liegt ein Planungsfehler vor und die Suche nach dem Schuldigen führt zu nichts. Der Schaden muss rasch behoben werden. Nach Aussagen des Leiters Gélin Subika sind für das Dach, dessen Einfassung und die Zimmerdecke ca. 1 Million FRw erforderlich. (Umrechnungskurs: 1:825)
Primarschule Gitanga
Nach Aussage des Exekutivsekretärs der Sektors Murundi, Innocent Kamanzi, ist die Straße nach Gitanga hergestellt. Die Schulleiterin der Primarschule Gitanga wurde gebeten mit Unterstützung des Exekutivsekretärs möglichst rasch eine Finanzierungsanfrage zu stellen damit die zweite "unendliche Geschichte" für die Partnerschule der Grundschule Bad Kreuznach - Planig zu einem Ende geführt werden kann.
E.S. Munzanga
Die dort benachbarte Sekundarschule (Partnerschule der Realschule Kirn) nutzt alte und neue Gebäude, wobei noch kein Speisesaal vorhanden ist (die Schüler essen in einem Klassenraum). Mit dem Schulleiter Dominique Niyomugabo wurde das Projekt einer öffentlichen Schulbibliothek weiter diskutiert, wie dies mit Frau Eminger im Schriftwechsel schon angesprochen worden war: Bau und Ausstattung einer öffentlich zugängigen (Schul-)Bücherei. Er wird die erforderlichen Unterlagen erstellen und nach Bad Kreuznach liefern.
Primarschule Cyamatare
Eine ausführliche Besichtung der Baustelle des "Pilotprojektes Cyamatare" , an der Mézack, Abbé Thaddée, der Exekutivsekretär von Murambi und der Bauunternehmer teilnahmen (der Schulleiter war erkrankt) zeigte, dass Baumängel vorhanden sind und der Standard, wie er zum Beispiel beim Anbau in der E.S. Kirinda zu sehen ist, nicht erreicht wird. Die Türen sind falsch eingemauert, die Mörtelmischungen eher schlecht, und die Einpassung von Fenstern ist unzureichend. Der Bauunternehmer führt dies im Wesentlichen auf schlechten Sand zurück, er hat aber sich wohl nicht um anderen Baustoff bemüht. Auch die Qualität der verarbeiteten Steine lässt zum Teil zu wünschen übrig. Abbe Thaddée wirft dem Bauunternehmer vor, dass auch nach dem Besuch der Technikerin des Koordinationsbüros nichts verbessert wurde.
Der Bauunternehmer wird zu Korrekturen aufgefordert, wo dies noch möglich und notwendig ist: Ausbau und erneutes richtiges Anbringen der Türen, Verbesserung der Verfugung und der Einpassung der Fenster, anderer Sand für die Herstellung der Glattstrichflächen des Bodens der Klassenräume sowie in den Latrinen. Abbé Thaddée will Herrn Jäger weiter um Rat fragen. Allen Teilnehmern war klar, dass hier das Vertrauen in die selbständige Durchführung der Arbeit nicht missbraucht werden darf. Ob diese Form der Durchführung wirklich geeignet ist, bleibt mit der Endabnahme endgültig zu klären.
Schulpartnerschaften Die schon lose bestehenden Kontakte der "Realschule plus" in Herrstein-Kempfeld zur Primarschule Nyamabuye (Sektor Murundi) wurden verstärkt und sollen zu einer Schulpartnerschaft ausgebaut werden. Briefe wurden ausgetauscht.
Die Grundschule Dominikschule in Kirn sucht einen Partner. Nach Rücksprache mit dem Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi/Murundi wurde die Primarschule Kavumu (Sektor Murambi) ausgewählt und der direkte Kontakt hergestellt. Das entsprechende Formular für das Koordinationsbüro wurde über Jean Baptiste Bicamumpaca zurückgegeben. Für diese Schule wurde ein Betrag von € 500,-- im Koordinationsbüro eingezahlt, den sie für Schulmaterialien verwenden kann.
Andere Projekte und vermischte Anmerkungen Die "Papeterie" in der E.S. Kirinda wurde überprüft und festgestellt, dass dieses von Schülern selbst getragene Projekt funktioniert und Gewinn abwirft. Die Schüler verkaufen in ihrer selbst verwalteten Firma Schulmaterialien und können einen PC, Drucker und Kopierer nutzen. Die größten Einnahmen stammen aus dem Erlös von Fotokopien. Die Schüler und betreuenden Lehrer werden zum Jahresende 2009 den ersten Jahresabschluss vorlegen.
Das mit Frau Nordmann im Koordinationsbüro besprochene Projekt von CAMARA, eine Schule mit Computern auszustatten, kann nach Rücksprache mit der Schulleitern der Primarschule Muhororo, Vérédiane Mukarutezi, dort durchgeführt werden. Nach langjährigen guten Erfahrungen mit der Schule und der Schulleiterin wird dies dort empfohlen. Sie ist auch sehr daran interessiert. In der Schule gibt es Strom. Neben der Schule befindet sich ein CFJ im Aufbau. Eine gleichartige Umsetzung wäre auch in der Primarschule Kirinda möglich. Die Übernahme der Kosten von 2000 US-$ durch das Ruanda-Komitee Bad Kreuznach ist sehr wahrscheinlich. Frau Nordmann wird gebeten, die notwendigen Schritte einleiten.
Auf dem Treffen mit Vertretern des Partnerschaftskomitees von Murambi/Murundi am 18.10. 2009 wurde von Jean-Baptiste auch sehr klar angesprochen, dass die Schülerpatenschaften nicht von allen Schulleitern (auch von Anwesenden) mit hinreichender Sorgfalt und Klarheit bearbeitet werden. Das Partnerschaftskomitee begrüßte auch ausdrücklich die Erweiterung der Kooperativen um die neue Schweinezucht-Kooperative "ABADABATEBA", die Frau Eminger ins Leben gerufen hat.
Als positiv sollten noch einige Punkte erwähnt werden:
- Das Gesundheitszentrum Munzanga ist mittlerweile sehr gut ausgestattet, es wird auch sehr gut geführt. Der Anteil der HIV-Positiven wird von Subika auf 1,1% der untersuchten Personen beziffert. Als großes Problem sieht er die Fehlernährung von Schwangeren und Kleinkindern an. Er hat deshalb mit der Aufzucht von Hasen begonnen, die er bedürftigen Familien kostenlos zur Verfügung stellt.
- Der überraschende Besuch der Primarschule Kavumu zeigte, dass die vom Komitee 1992/93 gebaute Schule noch in einem guten Zustand ist. Die Nachhaltigkeit qualitativ guter Schulbauten ist damit wieder einmal belegt.
- Der sehr herzliche Empfang der rheinland-pfälzischen Besucher in den Primarschulen Cyamatare und Kavumu wird lange in Erinnerung bleiben.
- Im Unterschied zu der explosionsartig sich verändernden Hauptstadt Kigali (Hochhausbauten, neue Reihenhaussiedlungen, Einkaufszentren) gehen Veränderungen auf dem Land eher langsam. Gute Ansätze sind z. B. auch bei den "Dorfsanitätern" zu sehen, die von den Gesundheitszentren aus in die Fläche geschickt werden.
- Die Lebenshaltungskosten gehen steil nach oben, was die Probleme auf dem Land verschärft.
- In Shyembe (Kirinda) ist, wie an anderen Stellen auch, ein überdachter Markt gebaut worden. Die Straßeninfrastruktur in den beiden Partnersektoren ist dagegen deutlich schlechter als vor drei Jahren. Der Autoverkehr ist allerdings auch sehr gering.
- Trotz Regenzeit gab es während nur zweimal recht kurze Regenschauer. Die Klimaunsicherheit nimmt offensichtlich zu.
- Die Bewältigung der Umstellung der Sekundarschulen und Hochschulen auf Englisch und die Ausweitung der Primarschulen um drei Jahre stellt viele Schulen und daran Beteiligte (besonders die Lehrkräfte) vor große Probleme.
- Fahrten wie diese mit sieben rheinland-pfälzischen Teilnehmern, davon vier zum ersten Mal in Ruanda, sollten in jedem Fall weiterhin möglich sein, wenn es auch die "Oskarr-Reisen" nicht mehr gibt. Das soll mit dem Partnerschaftsverein noch einmal besprochen werden.
Gez. Karl Heil 27.10.2009
Feierstunde „25 Jahre Ruanda-Komitee Bad Kreuznach“
Den Höhepunkt der Veranstaltungen zum 25jährigen Bestehen des Ruanda-Komitees bildete die Festveranstaltung am Sonntag, den 26.10.2008 in der Kreisverwaltung Bad Kreuznach.
Landrat Karl-Otto Velten konnte als Hausherr nicht nur die ca. 100 Gäste begrüßen. Er gab auch einen Hinweis auf die Ausstellung „Ruanda – Partnerland im Herzen Afrikas“ die im Foyer der Kreisverwaltung für drei Wochen zu sehen war. Die Ausstellung war um einige Informationstafeln des Ruanda-Komitees ergänzt.
Landrat Velten, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda, Staatssekretär a.D. Jürgen Debus, und der Botschafter der Republik Ruanda in Deutschland, Eugène- Richard Gasana, der eigens aus Berlin gekommen war, beschrieben die seit 1982 gepflegte Partnerschaft. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Menschen aus beiden Ländern zusammen zu führen, um sich gegenseitig kennen zu lernen und zu unterstützen.
Bereits ein Jahr nach dem allgemeinen Beschluss auf Landesebene, die Partnerschaft mit Ruanda zu beginnen, hatten sich in Bad Kreuznach engagierte Menschen gefunden um das Ruanda-Komitee Bad Kreuznach zu gründen. Es besteht nunmehr seit 25 Jahren, und es kann eine gute Bilanz in der Zusammenarbeit mit seiner Partnerregion Murambi/Murundi vorweisen.
Diese Bilanz stellte der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees der Sektoren Murambi/Murundi, Mézack Gasinzira Ruhumbya, der zum ersten Mal ins Ausland reisen konnte, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ruanda-Komitees, Karl Heil, in einer Präsentation mit vielen beeindruckenden Bildern vor. Auch damit konnte ein tieferer Einblick in die Situation in Ruanda und die Schwerpunkte der Partnerschaft gegeben werden. Mézack überreichte ein Bild mit einer symbolischen Darstellung der Partnerschaft.
Alexander Stroh und Daniel Münch stellten zum Ende der Veranstaltung ihre Überlegungen zu den Zukunftsperspektiven der Partnerschaft vor. Wandel und Weiterentwicklung des Bewährten sind die beiden Seiten der Medaille der Partnerschaft.
Der Dank galt den Sponsoren dieser Veranstaltung, besonders aber dem Kinderchor „Cantamitos“ der Pfarrei St. Nikolaus Bad Kreuznach-Winzenheim unter der Leitung von Wolfgang Kallfelz, die einen mit ihren Liedern aus aller Welt ein lebendige und heitere Atmosphäre erzeugten.
Das laufende Projekt:
Der Neubau der Primarschule Cyamatare - eine etwas ausführlichere Darstellung
Am 11.09.2007 wurde im "Maison de Jumelage", dem Koordinationsbüro in Kigali, ein Bauantrag für das Schulzentrum Cyamatare/Sektor Murambi/Distrikt Karongi/Provinz West
Eingereicht. Das Vorhaben ist von uns mit dem Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi/Murundi mehrfach besprochen und hat Platz 1 auf ihrer Prioritätenliste.
Die Schulleiterin Jacqueline Mukerimana beschreibt ihre Schule und die Notwendigkeit eines Neubaus recht ausführlich. Sie schreibt u.a.:
"wir bitten höflich um den Bau unserer Schule, des Schulzentrums Cyamatare.
Dem Techniker, der den Kostenvoranschlag erstellt hat, haben wir die Zahl von 522 Schülern genannt. Er hat für 495 Schüler 11 Klassenräume (11 x 45) und für 27 einen zwölften Klassenraum angenommen. Wir halten 11 Klassenräume für notwendig.
Dieses Schuljahr haben wir zwei fünfte Klassen die zwei sechste Klassen bilden werden, in einem Klassenraum. (Auch) die dritten Klassen sind "doppelt belegt" [Vor- und Nachmittagsunterricht; K.H.] wegen Raummangels.
Die Überfüllung der ersten und zweiten Klassen wie auch die bedeutende Zahl der Anmeldungen für die erste Klasse zum Schuljahr 2008 macht die Einrichtung von je drei ersten und zweiten Klassen erforderlich. Vergleichen Sie dazu die Übersicht unten."
Die Direktorin des Schulzentrums Cyamatare ist leider im Juni 2008 überraschend verstorben. Das Projekt wird trotzdem - und auch in Erinnerung an das langjährige Engagement von Jacqueline Mukerimana - durchgeführt, nachdem es mit dem Partnerschaftsverein in Mainz mehrfach diskutiert wurde. Als "Modellprojekt" wird das Projekt weitestgehend in die Verantwortlichkeit der ruandischen Partner gegeben. Schulträger ist die Pfarrei Birambo in der Diözese Nyundo. Wie dieses Verfahren funktioniert und wie die Kontrolle durch uns bzw. das Koordinationsbüro in Kigali erreicht wird, soll genau dokumentiert werden.
Zur Situation und der Planung folgen einige genauere Angaben:
Beschreibung des Schulzentrums Cyamatare
- Es liegt in einer gebirgigen Region in über 1500 m Höhe auf der Ostseite der Wasserscheide Nil-Kongo, gut 120 km südwestlich von Kigali und 30 km von der asphaltierten Straße Kigali - Kibuye und liegt deshalb sehr abseits
- Die Topographie wird durch starke Hangneigungen über 10 % charakterisiert, mit der Hügelkette auf der Wasserscheide; die Umgebung ist durch Eukalyptusbäume, Bananenhaine und Felder geprägt, mit einer dichten, sehr armen Bevölkerung
- Manche Schüler dieses Schulzentrums müssen mehr als 5 km zur Schule laufen, das heißt jeden Tag mehr als 10 km Weg
- Das Bevölkerungswachstum ist groß, und das in einem Bereich, der nur von der Selbstversorgungswirtschaft lebt (Subsistenz), gefährdet durch die Erosion in den hohen Gebirgslagen, durch die Unfruchtbarkeit und Übersäuerung des Bodens, die die Fruchtbarkeit verringern. Diese Bevölkerung lebt vorwiegend von Maniok, Süßkartoffeln, Bohnen und ganz selten auch von Hasenfleisch
- Das Schulzentrum Cyamatare ist wegen schlechter Pisten schwer zu erreichen, besonders in der Regenzeit
Die Situation der Schule
| Aktuelle Struktur 2007 |
|
|
Künftige Struktur (im Jahr 2008) |
| Klassenstufe |
Zahl der Klassen |
Zahl der Lehrkräfte |
Klassenstufe |
Zahl der Klassen |
Zahl der Lehrkräfte |
| 1 |
2 |
1 |
1 |
3 |
1,5 |
| 2 |
2 |
1 |
2 |
3 |
1,5 |
| 3 |
2 |
1 |
3 |
2 |
2 |
| 4 |
2 |
2 |
4 |
2 |
2 |
| 5 |
2 |
2 |
5 |
2 |
2 |
| 6 |
1 |
1 |
6 |
2 |
2 |
| Klassenstufe |
Schüler pro Klasse |
|
|
|
Jungen |
Mädchen |
Gesamt |
| 1 |
63 |
67 |
130 |
| 2 |
59 |
51 |
110 |
| 3 |
46 |
42 |
88 |
| 4 |
38 |
38 |
76 |
| 5 |
29 |
54 |
83 |
| 6 |
14 |
21 |
35 |
| Gesamt |
249 |
243 |
522 |
Waisenkinder: 47 Mädchen und 70 Jungen, insgesamt 117
Lehrkräfte: 3 Männer , 5 Frauen, insgesamt 8
Im Frühjahr 2008 hat sich die Zahl der Schüler auf gut 530 und die der Lehrkräfte auf zehn erhöht.
Zustand der Klassenräume
"Wir haben gegenwärtig 8 Klassenräume in sehr schlechtem Zustand, sie sind alle abzureißen und wieder aufzubauen, und es sind neue hinzuzufügen um der "Messzahl" von 45 Schülern pro Klasse gerecht zu werden." Fotos der Gebäude belegen den sehr schlechten Zustand.
Geplantes Vorhaben
Beantragt wird der Bau von 11 Standard- Klassenräumen und einem kleinen Verwaltungsgebäude.Die Klassenräume haben die Standardmaße von 6 x 9 m, also 54 m² pro Klasse. Das Verwaltungsgebäude entspricht einem Klassensaal, unterteilt in Direktionszimmer, Sekretariat und Lehrerzimmer. Hinzu kommen:
- Ein Latrinenblock mit 12 Toiletten
- Ein Wasserreservoir für Regenwasser mit 10 m³ Fassungsvermögen, aus Kunststoff
- Das Herrichten eines "gemischten" Sportplatzes für Basketball und Volleyball
- Die Ausstattung mit Möbeln: Schülerpulte, Lehrerpult, Schrank für den Lehrer, Regale für den Verwaltungsbau.
Als Beteiligung "vor Ort" ist die Bevölkerung bereit, die Terrassierungsarbeiten und die Nivellierung für das Spielfeld zu übernehmen; dafür werden ca. 750.000 FRw geschätzt.
Kosten des Projekts
Die Gesamtkosten des beantragten Neubaus belaufen sich 2007 zuerst auf ca.73,5 Mio. ruandische Francs (RWF) das waren ca. 92.000.- €. Das Projekt soll als "Pilotprojekt" in die Verantwortlichkeit der ruandischen Partner gegeben werden - hier ist es die Pfarrei Birambo in der Diözese Nyundo. Das Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi/Murundi arbeitet wie wir ehrenamtlich und wäre damit überfordert. Überprüft werden soll, welcher Aufwand für das Koordinationsbüro anfällt, wenn nach den Richtlinien und Vorgaben des BMZ ("bengo") verfahren wird.
Nachdem all dies geklärt war, ist im November 2008 ein aktualisierter Förderantrag gestellt worden. Der erste Bauabschnitt mit 5 Klassenräumen, 2 Latrinen/Toiletten (getrennt für Jungen und Mädchen) , einer Regenwasserzisterne, 100 Schulbänken und je 5 Schreibtischen, Schränken und Stühlen soll fast 41 Mio. RWF, damals umgerechnet gut 61.000.- € , kosten.
Die Finanzierung übernimmt das Ruanda-Komitee e.V. Bad Kreuznach zu einem Viertel mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz - auch hier analog zu "bengo".
Durchführung
Realisiert werden soll der Bau in zwei Bauabschnitten in den Jahren 2008/09, zuerst einmal mit 5 Klassenräumen. Wir hofften noch auf einen Baubeginn im Jahre 2008, tatsächlich war es im Frühjahr 2009. Die Bauarbeiten konnten im Oktober 2009 beim Besuch in Cyamatare gesehen und Probleme mit dem Verantwortlichen, Abbé Thaddée, dem Bauunternehmer und Herrn Jäger vom Koordinationsbüro besprochen werden. Damals war der Rohbau so weit, dass der Dachstuhl aufgebaut war (siehe Reisebericht und Bilder dazu). Nach dem Abschluss und der Abrechnung wird Bilanz gezogen und dann wohl der zweite Bauabschnitt folgen, mit 6 Klassenräumen. Die Realität, sprich: Die Schülerzahlen, haben die Planungen längst überholt. Die alten Gebäude werden weiter benutzt werden müssen.
Fertigstellung des ersten Bauabschnittes
Die Primarschule Cyamatare ist unser zehntes Schulbauprojekt (nicht gerechnet die mitbetreuten Schulbauprojekte) und im Sommer 2010 im ersten Bauabschnitt fertig geworden. Sie bekommen im Bilderteil einen Eindruck davon - leider nicht in sehr guter Qualität, aber beim Besuch in Cyamatare am 25.05.2010 regnete es sehr stark.
Der Bau war als "Pilotprojekt" in die Hände des ruandischen Partners gegeben worden, um uns bei gelungenem Ablauf neue Fördermöglichkeiten zu erschließen. Die Umsetzung hat zwar länger gedauert als geplant, aber alles in allem gut funktioniert und macht Mut zu weiteren Vorhaben nach diesem Muster. Abbé Thaddée hat im Herbst eine übersichtliche und nachprüfbare Abschlussrechnung vorgelegt, die den Standards in Kigali und Mainz entspricht.
Wie zu erwarten bleiben angesichts wachsender Schülerzahlen die benachbarten Schulgebäude stehen und werden weiter genutzt. Die neuen Räume, die Zisterne und die Toiletten sind ja eigentlich kein Luxus, werden aber als solcher gesehen - verglichen mit den umliegenden Hütten allemal. Der zweite Bauabschnitt steht noch an!
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