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Weihnachtsbrief 2017

19.12.2017

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Ruanda-Komitees,

 

Hiermit möchte ich Ihnen vor Weihnachten einen Überblick über unsere Aktivitäten im Jahr 2017 geben.

 

Im Januar 2017 kamen die Bilder vom Einzug der fast 100 Schülerinnen in das neu errichtete Schlafsaal-gebäude in der Ecole Secondaire Kirinda, das eine neue Qualität für die Internatsschülerinnen bietet. Ich hatte dies im Weihnachtsbrief 2016 ausführlicher beschrieben. Die Schule hat jetzt noch einen Zaun aus Dornenhecken darum gebaut.

 

Die E.S. Kirinda hat engen Kontakt mit ihrer Partnerschule, dem Emanuel-Felke-Gymnasium (EFG) Bad Sobernheim. Als Schulleiter Mézack Gasinzira Ruhumbya davon berichtete, dass seine Schule zum Schuljahresbeginn 2017 einhundert Laptops erhalten werde, aber ein Informatikraum fehlt, war die Zusage des EFG zur Unterstützung sofort da. Eine Bauplanung wurde aufgesetzt und beschlossen, den notwendigen Betrag von ca.15.000, - € vom Komitee aus rasch nach Kigali zu überweisen. Dann soll das EFG mit der Aktion Tagwerk seinen Beitrag leisten. Und die Sobernheimer Schülerinnen und Schüler legten sich ins Zeug: 3.600,-- € wurden erarbeitet. Der Bau ist fertig, und Sie können die ganze Geschichte dieser beiden Gebäude auf dieser Homepage ausführlich in Text und Bild sehen.

 

Im April 2017 mussten wir Ersatz für unsere verstorbene stellvertretende Vorsitzende Christel Wenghoefer finden. Hans- Jürgen Braun, der schon lange im Vorstand mitarbeitet, übernimmt diese Position, und als Beisitzerin wurde Susanne Maurer gewählt. Im Frühjahr 2018 werden wir den Vorstand komplett neu wählen. Die Mitgliederversammlung beschloss, in diesem Jahr die Förderung von Schulprojekten breit zu streuen, damit auch die Schulen ohne Schulpartnerschaft unterstützt werden.

 

Die „Wunschzettel“ der Schulleitungen vom Oktober 2016 ließen sich in vier Gruppen unterscheiden:

- Renovierungsmaßnahmen an Gebäuden (Dach, Fenster, Zisternen, Möbel)

- Bau von einzelnen Klassenräumen und Toilettenanlagen für Primarschulen

- Verbesserung der Ausstattung (Fotokopierer, Stromstabilisatoren, Bücherkisten)

- Stromversorgung für Primarschulen. Immerhin sind noch zehn der 13 Primarschulen der Sektoren Murambi und Murundi ohne Strom, und sechs davon haben dies als ihr größtes Problem genannt.

Hinzu kam der Wunsch des Gesundheitszentrums Munzanga nach einem Wärmebett für Frühgeborene.

 

Bis heute ist von der Liste bereits erledigt:

- Das Gesundheitszentrum Munzanga hat ein Wärmebett für „Frühchen“ erhalten

- Die E.S. Munzanga hat einen Mouvelo (Elektrischer Kochtopf , 500 Liter) erhalten

- Die Primarschulen von Rusenge, Nkoto, Murehe und  Mubuga bekamen je einen Fotokopierer

- Die Groupe Scolaire Kirinda kann eine Stützmauer am Schulgebäude bauen.

 

In Arbeit sind derzeit:

- Toilettenanlage mit 10 Latrinen für die Primarschule (EP) Nkoto

- Klassenraum für die Vorschule und Toilettenanlage der EP Mujyojyo      

- Rehabilitation von zwei alten Klassenräumen in der EP Cyamatare

- Erneuerung des maroden Ziegeldaches durch ein Blechdach in der EP Nyakabuye

- Mobile Lautsprecheranlage und Sportausrüstung für die Groupe Scolaire (GS) Muhororo

- Schülerpulte und/oder Betten für die  Sekundarschule E.S. Munzanga (nach eigener Priorität).

 

Diese sechs Vorhaben können erst 2018 umgesetzt werden.. Insgesamt haben wir mit Hilfe unserer Mitglieder, der Spender und den Schulen, die für ihre Partnerschule in Ruanda aktiv waren, etwa 75.000.- € verwenden können. Die Stromversorgung der Primarschulen beschäftigt uns, und wir diskutieren mit dem Partnerschaftsbüro und den Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit, dies mit Solarenergie zu realisieren.

 

Und da ist noch eine Schule zu bauen, denn es gibt sie wirklich immer noch, die Klassenräume mit kleinen Fenstern, undichten Dächern und Lehmboden, wo 50 bis 60 Kinder in einem Raum sitzen und lernen. Die Primarschulen auf dem Land sind in der ruandischen Prioritätenliste nach hinten gerutscht. Sekundarschulen und Berufsbildung, auch die Hochschulen haben eine größere Bedeutung und erhalten mehr Mittel. Es bleibt bei den Schulbauten die Primarschule Rusenge als die von unseren Partnern genannte Priorität. In Rusenge sind fünf Klassenräume, Toiletten und Zisternen, Lehrerzimmer und Nebenraum zu bauen. Wir schätzen die Kosten auf gut 90.000.-€. Vielleicht gelingt die Finanzierung im Jahr 2018?!

 

Mit den Schulbaumaßnahmen in den Sektoren Murambi und Murundi sind wir danach fast „durch“. Es wird wichtiger sein, die Ausstattung der Schulen zu verbessern, so wie es unser Schwerpunkt bereits in diesem Jahr war. Hier ist noch einiges zu tun. Es ist auch weiterhin die Absicht, die Schulpartnerschaften in unserer Region zu unterstützen. Auch soll 2018 ein „Pilotprojekt“ in den Schulen von Murambi und Murundi laufen, das die Schulen mit Bücherkisten ausstattet. Bei erfolgreichem Verlauf soll diese Form der Leseförderung ein Angebot für alle Schulpartnerschaften des Landes werden können.

 

Für Ihre vielfältige Unterstützung in diesem Jahr möchte ich Ihnen ganz herzlich danken. Sie wissen: Auch im 34. Jahr unseres Bestehens arbeiten wir ohne Verwaltungs- und Nebenkosten, die Mitgliedsbeiträge und Spenden kommen zu 100 Prozent bei den Menschen in Ruanda an.

 

Ich danke Ihnen auch im Namen des gesamten Vorstandes für Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr.

Herzliche Grüße, Ihr Karl Heil

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Weihnachtsbrief 2017