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Neubau an der Primarschule Sanza

11.11.2016

Erweiterung der Ecole Primaire Sanza - 2015 bereits realisiert, 2016 erneut besucht

 

Bau und Ausstattung von sechs Klassenräumen und einem Büro, Bau eines Latrinenblocks mit 10 Kabinen und Installation von zwei Regenwasserzisternen à 10 m³ an der EP Sanza, Sektor Murundi

 

Zur Situation

 

Die Ecole Primaire (EP) Sanza befindet sich in der westlichen Provinz im Distrikt Karongi, Sektor Murundi. Die Fahrtzeit von Kigali beträgt knapp zwei Stunden über die Straße von Kigali über Gitarama Richtung Kibuye. Nach dem Verlassen der geteerten Straße ist die Schule die letzten sechs Kilometer nur über eine sehr schmale und schlechte Piste erreichbar.

Die Schule wurde 1926 von der katholischen Diözese Nyundo gegründet. Zuständig für die Gehälter der Lehrer und die laufenden Kosten ist der Distrikt Karongi. Im Schuljahr 2015 werden 1040 Schülerinnen und Schüler von 16 Lehrkräften in zwei Schichten unterrichtet.

 

Die Schulanlage besteht aus 24 Klassenräumen, das älteste Gebäude mit sechs Klassen ist in besonders marodem Zustand. Die Konstruktion ist noch aus ungebrannten Lehmziegeln mit Lehmverputz gefertigt. Die Dachkonstruktion besteht aus einfachen, unbearbeiteten Holzbalken und einer bereits undichten Deckung mit Dachziegeln, die in der niederschlagsreichen Gegend den Unterricht erheblich erschwert und einschränkt.

Zudem ist die Größe der alten Räume nach den neuen gesetzlichen Standards der Schulbehörde für die Anzahl der Kinder nicht ausreichend.

 

Im Jahr 2005 wurden vier Klassenräume durch eine amerikanische Organisation errichtet; der Ausbau in Eigenarbeit der Eltern konnte nur teilweise fertiggestellt werden.

Die Schule verfügt über zwei Regenwasserzisternen à 10m³ und 5m³, die für eine Versorgung der Schule mit Brauchwasser allerdings nicht ausreichend sind.

In einer ersten Bauphase zur Verbesserung der Infrastruktur wurde im Herbst 2014 bereits die Installation einer Zisterne à 10 m³, die an eine Dachfläche des bestehenden Gebäudes von 2005 angeschlossen ist, durchgeführt (siehe Projektbericht „Eine Zisterne für Sanza“ ).

 

 

Der Lösungsvorschlag

 

Der Förderantrag vom 16.09.2014 sieht den teilweisen Abriss der alten Klassenräume und den Neubau von zwei Blöcken mit je drei Klassenräumen vor, dazu ein Büro für die Schulleitung, das auch als Lager genutzt wird. Die Anlage der Schule, die sich auf dem Sporn eines Hügels um einen Innenhof mit Sport- und Spielfläche gruppiert, wird mit den Neubauten aufgenommen und beibehalten.

 

Mit den neuen Gebäudeteilen sollen zwei weitere Zisternen installiert werden, die eine bessere Versorgung der Ecole Primaire Sanza mit Brauchwasser und somit eine weitere Verbesserung der hygienischen Situation an der Schule gewährleisten. Zudem verhindert das Auffangen des Regenwassers das unkontrollierte Abfließen von den Dachflächen, wodurch Schäden an umliegenden Alt- und Neubauten entstehen können.

Zusätzlich werden weitere, dringend benötigte Latrinen für die große Anzahl der Schülerinnen und Schüler errichtet.

 

Die Umsetzung

Die Maßnahme sollte in fünf Monaten Bauzeit umgesetzt werden und umfasst folgende Teile zu den veranschlagten Kosten:

Bau von drei Klassenräumen                                  25.328.537 FRW

Bau von drei Klassenräumen mit Büro und          30.616.043 FRW

Ausstattung (z.B. Möbel)                                             3.603.000 FRW

Bau von einem Latrinenblock mit 10 Kabinen        8.007.348 FRW

Installation von zwei Zisternen à 10 m³                    3.881.000 FRW

                

Gesamtkosten                  71.435.928 FRW

Bei einem Umrechnungskurs von 1: 765 sind dies Gesamtkosten von 93.380.- €

 

Die Finanzierung ist Ende März 2015 gesichert. Sie verteilt sich auf drei Geldgeber: 23.345.- € (=25 % der Projektkosten) vom Ruanda-Komitee Bad Kreuznach, 35.000.- € vom Verein "Helft uns leben", der Leser-Aktion der „Rhein-Zeitung“, und 35.035.- € als Zuwendung des Landes Rheinland-Pfalz.

 

Anfang Juni 2015 haben die Bauarbeiten mit dem Abriss eines Teils der alten Gebäude begonnen. Das dauerte einige Zeit, da viele Materialien wie Balken, Ziegel und Steine weiter verwendet werden. Mitte September 2015 kam vom Koordinationsbüro die Mitteilung, dass der Bau bereits fertig gestellt ist - in nicht einmal vier Monaten! Die Räume wurden sofort in Betrieb genommen.

 

Die Abrechnung der Maßnahme erfolgte Ende November 2015, die Baukosten blieben unter der Planung. Von den Gesamtkosten von 85.150,94 € tragen das Ruanda-Komitee Bad Kreuznach und der Verein "Helft uns leben" den vereinbarten Anteil, der Landeszuschuss konnte auf 26.305,94 € verringert werden.

 

Die endgültige Abnahme im September 2016 brachte keine Beanstandungen, sondern ein Lob für die Schule, die das Gebäude pflegt. Am 19.10.2016 konnte eine verspätete "Einweihung" durch eine Besuchergruppe aus Bad Kreuznach gefeiert werden. Der herzliche Empfang wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Das gesamte Projekt dokumentieren wir ausführlich in der Fotogalerie.