Link verschicken   Drucken
 

Unsere Partner in Ruanda

Seit 1984 hat das Komitee partnerschaftliche Beziehungen zur ruandischen Gemeinde Bwakira. Diese war seit Anfang 2001 die Südhälfte des neu gebildeten Distrikts Budaha. Seit 2006, nach der letzten Verwaltungsreform in Ruanda, konzentrieren wir unsere Zusammenarbeit auf die Sektoren Murambi und Murundi im Distrikt Karongi (West-Provinz). Damit sind wir weiterhin im Kernbereich der ehemaligen Gemeinde Bwakira tätig. Die folgenden Angaben stammen aus einem Dossier von 2007.

 

Murundi, der nördlichere der beiden Sektoren, ist Heimat für rund 23.000 Menschen, die sich auf sechs Zellen verteilen: Kamina, Kabaya, Kareba, Bukiro, Nyamushishi und Nzaratsi. Der Sektor beherbergt eine hohe Zahl an Witwen (rund 3.250) und Waisen (rund 2.900), die Gesamtzahl der bedürftigen Familien liegt bei rund 3.500. Diese Familien sind größtenteils

 

Das Partnerschaftskomitee von Murambi-MurundiDas Partnerschaftskomitee unserer Partnersektoren

 nicht in der Lage, die jährliche Krankenversicherung in Höhe von 1.000 FRW (rund 1,40 Euro) pro Familienmitglied zu bezahlen

 und haben deshalb im Krankheitsfall keinerlei Möglichkeit, sich professionell behandeln zu lassen.

 

Murundi verfügt über acht Grundschulen, an denen rund 5.550 Schüler von 84 Lehrern unterrichtet werden (d.h. rund 66 Schüler pro Lehrer), darüber hinaus steht eine weiterführende Schule, die Ecole Secondaire Munzanga, zur Verfügung, an der rund 350 Schüler von 13 Lehrern unterrichtet werden (d.h. rund 27 Schüler pro Lehrer). Für die ersten Grundlagen sorgen zwei Alphabetisierungszentren. Viele der Schulgebäude sind jedoch baufällig und bedürfen dringend der Renovierung, ebenso fehlt es an vielen Schulen an Material und Personal, Wasseranschlüsse sucht man in den Schulgebäuden ebenfalls vergebens. Eine Berufsschule gibt es in Murundi nicht, so dass die Jugendlichen weite Strecken (in den meisten Fällen zu Fuß) zurücklegen müssen, um ihre Ausbildung fort zu setzen.

 

Im Gesundheitssektor sieht es leider nicht viel besser aus, in Murundi gibt es lediglich ein kleines Gesundheitszentrum mit 23 Betten, dem es noch dazu an medizinischem Material und Medikamenten mangelt (Centre de Santé Munzanga). Die häufige Überauslastung des Zentrums wird noch durch die Menschen verschärft, die aus den Nachbarsektoren ohne jedwede medizinische Einrichtung nach Murundi strömen. Darüber hinaus verschwinden oft Geräte oder Medikamente, da das Zentrum nicht gut befestigt und somit für jedermann leicht zugänglich ist.

2.jpg

Die Lage unserer Partnersektoren in Ruanda

 

Die weiteren Hauptprobleme sieht Innocent Kamanzi, der Exekutivsekretär des Sektors, in der fehlenden Infrastruktur (keine Wasseranschlüsse, keine Elektrizität, sehr schlechte Straßen) und dem Fehlen geeigneter Verwaltungsgebäude sowie Büromaterial. Die Einwohner Murundis warten aber nicht nur auf Hilfe von außen, sondern versuchen mit einer Vielzahl von Assoziationen (Genossenschaften) ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Mit Klein- und Kleinstprojekten arbeiten die Menschen an ihrer Zukunft, vielen Ideen fehlt aber die nötige Unterstützung, um effiziente und langfristige Ergebnisse hervor bringen zu können.

 

Der zweite Partnersektor ist Murambi
Die rund 17.800 Einwohner verteilen sich auf die fünf Zellen Muhororo, Nkoto, Nyarunyinya, Shyembe und Mubuga. Die Gesamtzahl der bedürftigen Familien liegt mit offiziell 6.215 noch einmal deutlich höher als im Nachbarsektor Murundi. Die 4.671 Witwen und 2.564 Waisen finden sich zu großen Teilen unter ihnen.

 

Murambi verfügt über neun Grundschulen, an denen rund 5.530 Schüler von 84 Lehrern unterrichtet werden (d.h. etwa 66 Schüler pro Lehrer), dazu kommen drei weiterführende Schulen mit 970 Schülern und 27 Lehrern (d.h. rund 36 Schüler pro Lehrer). Auch in Murambi sind jedoch viele Schulen baufällig und überlastet, der Mangel an Unterrichtsmaterial tut sein übriges, um die Situation im Bildungsbereich zu verschärfen. Berufsschulen sucht man auch in diesem Sektor vergebens, was viele Jugendliche dazu veranlasst, ihre Ausbildung

3.jpg

Eine Karte der Bildungseinrichtungen in unseren Partnersektoren.

 spätestens nach der weiterführenden Schule zu beenden. 

 

Im Sektor Murambi befindet sich ein Krankenhaus mit 120 Betten, in dem fünf ausgebildete Ärzte praktizieren, außerhalb unseres Einzugsbereiches befinden sich noch sechs Gesundheitsstationen mit 95 Betten. Die auf den ersten Blick gute Lage die medizinische Versorgung betreffend wird durch den Mangel an Medikamenten und Geräten abgeschwächt, der Sektor ist für ruandische Verhältnisse aber sicher nicht schlecht ausgestattet.

 Partnerschaftsaufkleber

 

Verbesserungsbedarf sieht Exekutivsekretär Védante Kuzabagawana in der generellen Infrastruktur (keine Wasseranschlüsse, keine Elektrizität, sehr schlechte Straßen) und den landwirtschaftlichen Anbaumethoden (nur geringe Anteile der Anbauflächen werden mit Terrassen bewirtschaftet, so dass jedes Jahr Felder der Erosion zum Opfer fallen). Auch in Murambi wird Eigeninitiative jedoch groß geschrieben, die Ideen der Bevölkerung werden mit Hilfe verschiedener Assoziationen umgesetzt, um die Gesamtsituation in kleinen Schritten zu verbessern. Hier kann sinnvolle Mithilfe ansetzen, um den Projekten im Bedarfsfall die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen.