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Wir über uns

Am 14. November 1983 von 24 Personen aller Berufe und Altersgruppen gegründet, ist das Ruanda-Komitee e.V. Bad Kreuznach ein gemeinnütziger, privater und politisch neutraler Verein, der heute über 60 Mitglieder hat.

( => Gründungserklärung 1983)

Eingebunden in die Partnerschaft des Landes Rheinland-Pfalz mit der Republik Ruanda gibt es seit 1985 feste partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Bwakira (Präfektur Kibuye). In dieser Region ist das Komitee auch nach verschiedenen Verwaltungsreformen, die z.T. andere Gebiete einschlossen, weiter tätig. Heute umfasst die Partnerregion die beiden Sektoren Murambi und Murundi im Distrikt Karongi in der Provinz West.

(=> Dossier „Murambi und Murundi" 2007)

 

Was wollen wir?

 

Ziel ist es, die Menschen in dieser abseits gelegenen Region Ruandas beim Ausbau öffentlicher Infrastruktur zu unterstützen und in Abstimmung mit ihnen die Rahmenbedingungen für ihre soziale Entwicklung zu verbessern.

Auf der Grundlage der Monografie der Gemeinde und des Kommunalen Entwicklungsplanes (die uns zur Verfügung gestellt wurden) hatte der Bürgermeister von Bwakira bereits im Jahre 1985 Erwartungen an uns formuliert, die die Unterstützung in verschiedenen Bereichen betreffen. Es sind im Grundsatz bis heute die gleichen Punkte geblieben. Die Prioritäten werden von einem mit uns korrespondierenden Partnerschaftskomitee der Sektoren Murambi und Murundi festgelegt und mit unseren Möglichkeiten abgeglichen:

 

  • Schulen (Neubau, Erweiterung und Ausstattung), besonders von Primarschulen
  • Ausbildung von Schülern und Lehrkräften ( Unterstützung, Patenschaften)
  • Handwerk (Ausbildung, Ausstattung von Werkstätten)
  • Gesundheitswesen (Medikamente, Verbrauchsmaterial und Ausstattung des Krankenhauses Kirinda und des Gesundheitszentrums Munzanga)
  • Wasserversorgung (Fassung von Quellen, Wasserleitungen, Zisternen).


Nach dem Genozid 1994, dem auch in unserer Partnergemeinde mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen, kamen u.a. Maßnahmen des Wiederaufbaus ("Eine Hütte für Ruanda", in Bwakira insgesamt für 197 Familien) und der Unterstützung für Witwen und Waisen hinzu.

Seit 2000 wurde eine Witwen-Kooperative „Amizero“ (d.h. Zuversicht) aufgebaut. Mitglieder dieser Frauen-Kooperative erhalten Ziegen und geben vom Nachwuchs Jungtiere an andere Witwen weiter. Ein Tier kostet etwa 25 Euro. Die Kooperative ist seit Mitte 2004 allein in den Händen der Witwen, und 1.500 Ziegen werden von 750 Witwen gehalten. Eine zweite Kooperative „Abadateba“ wurde 2005 gegründet um Frauen (überwiegend Witwen) im Sektor Murundi einen Verdienst durch Schweinezucht zu ermöglichen.

Wie arbeiten wir?


Ausgangspunkt sind die Planungen und Vorhaben in der Partnerregion. Das dortige Partnerschaftskomitee ist frei gewählt und besteht aus etwa 15 Personen; dazu gehören auch die beiden „Bürgermeister“, die (hauptamtlichen) Exekutivsekretäre der Sektoren Murambi und Murundi. Damit ist klar, dass die politisch Verantwortlichen eingebunden werden, die Entscheidungen z.B. über Prioritäten aber beim Komitee liegt.


Kleinere Projekte werden aus eigenen Mitteln, größere Vorhaben (z.B. Schulbau, Wasserversorgung) mit finanzieller Unterstützung durch den Landkreis Bad Kreuznach und das Land Rheinland-Pfalz durchgeführt. Einzelne Projekte (z.B. der Bau von Schulmöbeln und der Neubau von Schulen) konnten auch mit Co-Finanzierung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) durchgeführt und über „bengo“, eine Organisation des Bundes, abgewickelt werden.  Durch diese Unterstützung kann oft aus einem Spenden-Euro das drei- oder vierfache an Mitteln eingesetzt werden.

Bisher wurden Projekte für mehr als eine Million Euro in Bwakira/Budaha/Murambi-Murundi mit unserer Hilfe durchgeführt, davon waren fast 250 000 Euro eigene Mittel des Ruanda-Komitees. Sie kommen durch Benefizveranstaltungen, Beiträge und Spenden der Mitglieder sowie von Einzelspendern, Firmen, Vereinen und Schulen zusammen. Hinzu kommen größere Sachspenden z.B. für den Gesundheitsbereich. Eine Besonderheit waren die von uns mit organisierten Schüleraktionen "Go for Rwanda" am 1.10.1997 in Bad Kreuznach und am 13.09.2000 in Bad Sobernheim, bei denen jeweils über 2000 Schülerinnen und Schüler fast 45.000,- DM bzw. über 42.000.- DM an Spenden "erlaufen" haben. Der Erlös wurde für die drei Sekundarschulen in der Gemeinde Bwakira eingesetzt.

Aus den weitergeführten Aktivitäten („Aktion Tagwerk“, „Dein Tag für Afrika“) sind die dauerhafte Unterstützung des Lina-Hilger-Gymnasiums für die „Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda“ und die Schulpartnerschaft des Emanuel-Felke-Gymnasiums Bad Sobernheim mit der Ecole des Sciences Infirmières (ESI) Kirinda erwachsen (siehe www.emanuel-felke-gymnasium.de ). Für das Gauss-Gymnasium Worms wurden Baumaßnahmen in der dessen Partnerschule Kibanda (heute  im Sektor Nyange) unterstützt.

Ein wichtiger Punkt ist die Information der Bevölkerung von Bad Kreuznach und Umgebung über die Situation der Menschen in Ruanda. Wir versuchen dies durch Veranstaltungen, Infostände und Presseveröffentlichungen zu erreichen. Die Information der Mitglieder, Freunde und Förderer geschieht neben der Pressearbeit auch durch die Mitgliederversammlungen und einen Bericht am Jahresende. Von den letzten Jahren sind diese hier zu finden (=> Link zum Ordner Jahresberichte und Mitgliederbriefe)

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die vielfältige Unterstützung von Schulpartnerschaften im Kreis Bad Kreuznach mit Schulen in den Sektoren Murambi und Murundi. Dazu berichten wir gerne in den Schule der Region. Mit spektakulären Dingen können wir dabei nicht dienen, wohl aber mit soliden Informationen über das Leben der Menschen in der Partnerregion und über die positiv anhaltende Wirkung unserer Projekte. Mit recht wenig lässt sich recht viel erreichen! „Nachhaltigkeit“ lässt sich eben erst nach längerer Zeit beobachten.


Ein Beispiel: Schulbau


Die 1989 eingeweihte sechsklassige Primarschule Muhororo ist nach wie vor in sehr gutem Zustand. Aus zwei Gebäuden wurden fünf. Die Schule hat mit der  Grundschule Hellbergschule Kirn seit fast einem Jahrzehnt eine Schulpartnerschaft. Heute ist Muhororo eine „Groupe Scolaire“, eine verbundene Primar- und Sekundarschule mit 12 Klassenstufen, die bis zum Abitur führt. Direkt daneben wird mit unserer Unterstützung ein Berufsausbildungszentrum für Schreiner, Maurer und Schneider aufgebaut und ausgestattet.

Die Kontakte mit dem Partnerschaftskomitee sind nicht leicht herzustellen. Der E-Mail-Kontakt ist seit einigen Jahren deutlich besser. Es ist nicht mehr nötig, dass der Komiteevorsitzende Mézack Gasinzira Ruhumbya dafür ein Internet-Café in Kigali (über drei Stunden Weg) aufsuchen muss. Das Telefonieren auf das Handy nach Kirinda funktioniert, ist aber relativ teuer. Das Mobiltelefon ist der einzige Zugang, Festnetz und Internet sind auf dem Land abseits der großen Trassen wenig verbreitet. Zur Abstimmung von Projekten bestehen deshalb Kontakte hauptsächlich durch Briefe und durch Fax bzw. Mail an das Koordinationsbüro in Kigali und die Weiterleitung an jemanden aus der Gemeinde. Die gegenseitigen Besuche sind sehr hilfreich und informativ, bleiben aber begrenzt, weil sie teuer sind und aus eigener Tasche bezahlt werden. In den letzten zehn Jahren war fast trotzdem jedes Jahr ein „Kreuznacher“ in Ruanda.

Oft bleibt bei uns das Gefühl der Überforderung des Komitees durch zu hohe Erwartungen aus der Partnerregion angesichts unserer stark begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Als „Ehrenamtler“ können wir einen bestimmten Aufwand nicht überschreiten. Ohne die Unterstützung der „Hauptamtlichen“ in Mainz und Kigali wäre die Arbeit so nicht zu leisten. Das Koordinationsbüro in Kigali spielt dabei eine herausragende Rolle.

Zur Glaubwürdigkeit der Arbeit des Ruanda-Komitees bei unseren Mitgliedern und Sponsoren trägt wesentlich bei, dass es sich bei uns nur um ehrenamtlich tätige Personen handelt. Es entstehen keinerlei Verwaltungs-, Werbungs- oder Nebenkosten, alle Spenden gehen zu 100 Prozent nach Ruanda. Die exakten Abrechnungen aller Ausgaben und vollständige Nachweise durch das rheinland-pfälzische Koordinationsbüro in Kigali sind auch für unsere Spender von großer Bedeutung.

Ein Beispiel: Hilfe für Schulkinder


Wer eine Patenschaft für ein Schulkind in der (sechs Jahre dauernden) Primarschule übernehmen will, kann die Kosten für Schulgeld, Materialien und Schuluniform übernehmen. Dafür sind ca. 20,- € im Jahr erforderlich. Nur etwa zehn Prozent der Primarschul-Absolventen hat nach einem Auswahlverfahren die Berechtigung, eine Sekundarschule zu besuchen. Nach sechs Jahren Primarschule folgen drei Jahre Sekundarschule („tronc commun“) und danach, bei erfolgreich absolvierter Prüfung, drei weitere Jahre Sekundarschule. Für die sechsjährige Sekundarschule sind etwa 250,- € im Jahr notwendig. Die Schülerinnen und Schüler leben im Internat in irgendeiner Schule im Land, und dieser Betrag deckt alle Kosten. Wegen des Schulgeldes ist der Schulbesuch für Kinder aus armen Familien und Waisen fast unerschwinglich. Auch in den neu aufgebauten Sekundarschulen Munzanga und Muhororo, überwiegend mit Schülerinnen und Schülern aus den Sektoren Murambi und Murundi, fallen Schulgelder an. Die Auswahl und Abrechnung der unterstützten Schülerinnen und Schüler hat das Partnerschaftskomitee übernommen - angesichts mehrerer Tausend Bedürftiger keine leichte Aufgabe.

 

Es ist auch mit sehr viel Verwaltungs- und Informationsaufwand verbunden, der sich vom Komitee eigentlich nicht leisten lässt. Deshalb wurden die Bereiche getrennt: Das Ruanda-Komitee kümmert sich schwerpunktmäßig um die Infrastruktur und Ausstattung, und die Förderung von Schülerinnen und Schülern ist Aufgabe einer Stiftung.

 

„Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda“.


Ergänzend zum Ruanda-Komitee ist  zur Förderung bedürftiger Schülerinnen und Schüler in der ehemaligen Gemeinde Bwakira im Jahr 1996 eine vom Ruanda-Komitee unabhängige "Stiftung Ausbildungshilfe Ruanda" gegründet worden. Sie vergibt Stipendien für Schulkinder und Auszubildende. Die Auswahl trifft ein Beirat aus Lehrkräften und Schulleitungen Mit den seit 1998 fließenden Mitteln werden besonders Waisen gefördert. Zustiftungen sind jederzeit weiter möglich. Die Schülerförderung erfolgt aus dem Ertrag des Stiftungskapitals. (www.stiftung-ausbildungshilfe-ruanda.de)

 

Was können wir bieten?


Für Schulen, Vereine, Gruppen und Erwachsenenbildung können wir kostenlos Informationen anbieten:

  • über den Aufbau von Schulpartnerschaften
  • über die Einbindung Ruandas in den Unterricht
  • zur Situation in Ruanda, besonders in der Partnerregion
  • zur Abwicklung von Projekten mit Co-Finanzierungen wie mit dem BMZ
  • über die Wirkungen von Entwicklungszusammenarbeit

 

Wir bieten dies als Vortrag, Power Point - Präsentation oder kleine Ausstellung an.